Rassismus und Diskriminierung – im Alltag und im System

Autor: Max Schmidt

Stereotype ≠ Vorurteile

Menschen nutzen die Strategie der Kategorisierung, damit unser Gehirn in der Lage ist, schneller zu reagieren und zu arbeiten. Viele Kategorien, die wir bilden, sind eher neutral: Wir haben Kategorien für z.B. verschiedene Tiere oder für Objekte.
Aber auch für Menschen haben wir Kategorien.
Stereotype sind die Merkmale, die die Kategorie hat, z.B. Vogel = Flügel, Schnabel, Federn. Stereotype können also durchaus informativ und zu einem Grad auch korrekt sein, aber…
… das trifft nur zu, wenn die Person, die diese Stereotype benutzt, auch eigene persönliche Erfahrung mit den Mitgliedern der Kategorie hat, z.B. schon häufig verschiedene Vögel gesehen oder beobachtet hat. Aber wie kommt es zu Vorurteilen?

Photo by Life Matters on Pexels.com

Aber wie kommt es zu Vorurteilen?
Hörensagen, Erzählungen von anderen, und Propaganda können zu Vorurteilen führen.
Dann werden z.B. bestimmten Menschengruppen negative Eigenschaften zugeschrieben.
Sie beruhen nicht auf der eigenen Erfahrung mit einer Person aus der Gruppe sondern auf Erzählungen über die Gruppe.
Vielleicht hat jemand solche negativen Aussagen schon gehört:
„Die neuen Nachbarn von gegenüber sind nett und hilfsbereit, aber im Allgemeinen finde ich, dass Leute aus diesem fremden Land keine Manieren und Disziplin haben.“

Wir sehen modernen Rassismus: Ein Gegensatz zwischen tief verankerter Abneigung und der gesellschaftlichen Norm, Rassismus sei falsch.
Neue persönliche Erfahrungen können sich positiv auf die Wahrnehmung einer Gruppe auswirken, und es entstehen Stereotype mit einem wahren Kern.
Gleichzeitig besteht eine negative Einstellung gegenüber der Gruppe, die sich an rassistischen Vorurteilen orientiert. Diese kann durch positive Erfahrungen abgebaut werden.
Ähnlich funktionieren diese Mechanismen auch im Bezug auf Geschlecht oder sexuelle Orientierung, oder viele andere Formen der Diskriminierung.

Institutioneller Rassismus:
Gruppen werden in ihren
Grundrechten eingeschränkt
(z.B. Berufswahl, Behandlung durch Behörden, Ehe)

Individueller Rassismus:
negative Einstellungen
gegenüber anderen, weil sie Mitglied einer diskriminierten Gruppe sind

Beide treten meist gemeinsam auf und fördern sich gegenseitig.

Fazit

Stereotype sind völlig normal und allgegenwärtig.
Vorurteile entstehen durch den Mangel an persönlichen Erfahrungen. Positive Erfahrungen bauen beispielsweise Vorurteile ab.
Ziel soll es sein zu zeigen, dass die Vorurteile nicht zutreffen.
Rassismus kann man leider in vielen Bereichen nicht verhindern, aber wir können alle gemeinsam versuchen, positive Strukturen für die Zukunft nachhaltig zu etablieren.

Quellen

Bierhoff, H. W., & Frey, D. (2011). Sozialpsychologie- Individuum und soziale Welt. Hogrefe Verlag.
Workman, L., & Reader, W. (2014). Evolutionary psychology. Cambridge University Press.
Zick, A., & Küpper, B. (2008). Rassismus.

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