Zwischen Realität und Fiktion – Wer bin ich eigentlich?

Wer bin ich? Wer könnte ich sein? Woher komme ich? Wohin werde ich gehen? Was ist der Sinn meines Lebens?

Photo by Markus Spiske on Pexels.com

Fragen über Fragen, die entscheidend für die Bildung einer erfüllenden Identität sind.
Doch sind diese gar nicht so leicht zu beantworten in einem Zeitalter, wo jedes Individuum und jede Gruppe von sich selbst behauptet am fortgeschrittensten, komplettesten und modernsten zu sein.
Diese Reizüberflutung kann ganz leicht zu einer Überforderung und einer damit einhergehenden Aufschiebung der Beantwortung von identitätsstiftenden Fragen führen.
Eigentlich kein Problem. Oder etwa doch?

Das achte Stadium des Modells der psychosozialen Entwicklung von Erikson lautet „Ich-Integrität vs. Verzweiflung“. Damit möchte Erikson zum Ausdruck bringen, dass der Mensch in seinem letzten Lebensabschnitt auf sein Leben zurückblickt und sich mit existenziellen Fragen auseinandersetzt wie „Was habe ich in meinem Leben erreicht?“, „Für welche Werte und Ziele habe ich mich eingesetzt?“ oder „Wie erfüllend verbrachte ich meine Lebenszeit?“.
Kann der Mensch diese Fragen erfolgreich beantworten, führt es zu Weisheit, ist jedoch das Gegenteil der Fall, treten Verzweiflung und der Wunsch die Zeit zurückzudrehen in den Vordergrund.
Da dies aber unmöglich ist, sollten wir uns schon früh genug mit unserer Identität auseinandersetzen. Doch was ist Identität eigentlich?

Marcia definiert die Identität als „eine innere, selbstkonstruierte, dynamische Organisation von Trieben, Fähigkeiten, Überzeugungen und individueller Geschichte.“
Außerdem unterscheidet er zwischen vier Identitätstypen. Dabei berücksichtigt er berufliche Pläne, die Entstehung einer eigenen Weltanschauung, moralische Überzeugungen, die Entstehung politischer und religiöser Werte sowie den Bereich der Heirat und Elternschaft in den Mittelpunkt. Größtenteils globale und zeitlose Aspekte, mit denen Menschen früher oder später konfrontiert werden.
Der tatsächlich vorliegende Identitätsstatus lässt sich dann anhand der beiden Dimensionen Commitment (Anerkennung bestehender Werte) und Exploration (Suche nach Möglichkeiten und Alternativen) bestimmen. Letztlich ergeben sich dann folgende Identitätsformen: die übernommene Identität, die diffuse Identität, die kritische Identität und die erarbeitete Identität.

Die Vorzüge einer erfüllenden Identität

Eine erfüllend wahrgenommene Identität führt zu einem höheren Selbstwert und einem funktionierenden Selbstkonzept. Es hilft uns dabei unsere eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten besser zu erkennen und diese sowohl für individuelle als auch kollektive Handlungen effektiv einzusetzen.
Im Grunde helfen wir uns dabei, unsere psychische und physische Gesundheit kontinuierlich gesund zu halten und die Anforderungen des Lebens nicht als Bedrohung, sondern als bewältigbare Herausforderungen wahrzunehmen.

Damit wollen wir euch folgendes mitgeben:
Bevor es zu spät ist: Seid euch eurer Identität bewusst. Lasst euch nichts einreden. Schaut über den Tellerrand hinaus. Hinterfragt eure Wertvorstellungen. Seid selbstbewusst, erkennt eure Fähigkeiten und Eigenschaften und optimiert diese.
Niemand ist perfekt, so ergänzt einander und seid eine starke Gemeinschaft!

Quellen

Haußer,, K. (1995). Identitätspsychologie. Berlin: Springer.
Wirtz, M. A. (2020). Dorsch – Lexikon der Psychologie. Hogrefe Verlag.

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