„Kann Stress eigentlich auch positiv sein?“

Autorin: Pauline Barysch

Die Deadline bis zur Abgabe der Hausarbeit rückt näher, auf der Arbeit fehlen dem Chef noch ein paar Unterlagen und zuhause wartet dann auch noch der Haushalt: Fast jeder hat schon einmal hautnah erlebt, wie sich Stress negativ auf das körperliche Empfinden auswirken kann.
Doch was ist das allgegenwärtige Phänomen Stress überhaupt und gibt es eigentlich auch positiven Stress?
Unter Stress versteht man sowohl den Auslöser (Stressor) als auch die Auswirkungen auf die psychische Befindlichkeit (Stressreaktion). Ob ein Stressor eine Stressreaktion auslöst, hängt jedoch von zahlreichen Faktoren ab. Unter diesen Faktoren können die Dauer, Intensität und Häufigkeit des Stressors, aber auch frühere Erfahrungen der Stressbewältigung zählen. Es gibt zwar viele potenziell Stress auslösende Situationen, nicht jeder Mensch reagiert aber mit einer Stressreaktion. Das ist logisch, denn jeder Mensch kann eine Situation auch individuell bewerten und bewältigen.
Die psychologische Komponente der Bewertung hat der Stressforscher Richard S. Lazarus in seinem transaktionalen Modell der Stressreaktion aufgenommen. Laut Lazarus kann Belastung durch Stress auch als eine Herausforderung gesehen werden, wenn die Person meint, den Anforderungen gewachsen zu sein. Dabei gibt es zwei Strategien, wie man mit einem Stressor umgehen kann. Man kann aktiv an das Problem herangehen oder versuchen, die negativen Emotionen, die durch den Stressor ausgelöst werden, zu kontrollieren.

Biologisch gesehen spielt das „Stresshormon“ Cortisol eine zentrale Rolle. Durch Stress werden biologische Substanzen wie u.a. Cortisol freigesetzt, um den Organismus optimal auf den Stressor und dessen Bewältigung vorzubereiten. Letztendlich reagiert das Gehirn auf die veränderte Umwelt und reguliert die entsprechenden Stresssysteme.
Dass sich Stress auch positiv auf das physische und psychische Wohlbefinden auswirken kann, zeigt das erste Bild. Demnach liegt ein umgekehrt U-förmiger Zusammenhang zwischen der Gedächtnisleistung und Stress vor. Wird ein optimales Stresslevel erreicht, dann ist die Gedächtnisleistung am besten. Ein gesundes Maß an Stress kann also unser Erinnerungsvermögen fördern und leistungssteigernd wirken. Aber Achtung: Wenn die Aktivierung länger andauert oder das Stressniveau extrem ist, leidet die Gedächtnisleistung. Langzeitstress sollte daher vermieden werden und man sollte seiner Gesundheit zuliebe auf ausreichende und erholsame Ruhepausen im Alltag achten.

Damit wollen wir euch folgendes mitgeben: Achtet auf ein gesundes Maß an Stress und versucht euch nicht zu überanstrengen. Manchmal führt auch schon eine kurze Erholungspause dazu, dass ihr einen klaren Kopf bekommt und viel produktiver seid!

Quellen

Smith, E. E., & Kosslyn, S. M. (2007). Cognitive psychology: Mind and brain. Upper Saddle River, N.J: Pearson/Prentice Hall.
Wittchen, H. U., & Hoyer, J. (2011). Klinische Psychologie & Psychotherapie (Vol. 1131). Heidelberg: Springer.

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