„Muss ich auch so produktiv sein wie alle anderen in der Quarantäne?“

Autorin: Aylin Savci

Wie ihr alle sicherlich bemerkt habt, hat man während der Quarantäne im Moment viel mehr Zeit als normalerweise. Vor allem in den sozialen Medien scheinen alle so produktiv zu sein wie noch nie zuvor. Da stellt man sich doch schnell mal die Frage: „Bin ich die einzige Person, die diese Zeit als belastend empfindet und muss ich auch so produktiv sein wie alle anderen?“

Dafür müssen wir euch erst einmal etwas über Soziale Medien und Soziale Vergleiche erklären:
Die Nutzung von sozialen Plattformen ist (natürlich nicht nur, aber auch) motiviert durch das Bedürfnis nach Selbstdarstellung. Man entwickelt Identitäten und Rollen und fühlt sich belohnt durch die Interaktion und die positive Rückmeldung anderer. Oft wird dabei die Wahrnehmung des Publikums gesteuert und man erstellt eine idealisierte Darstellung von sich selbst und seinem Leben.
Gleichzeitig gibt es aber auch sowas wie Soziale Vergleiche. Man vergleicht sich mit anderen aus den verschiedensten Gründen. Das ist vollkommen normal, denn indem man sich mit anderen vergleicht, kann man auch etwas über sich selbst lernen. Soziale Vergleiche lassen uns aber meistens nicht kalt. Je nachdem mit wem man sich vergleicht, fühlt man sich danach besser oder schlechter. Auf sozialen Plattformen fallen diese Vergleiche oft negativ aus, da man sich mit idealisierten Individuen vergleicht.

In der aktuellen Situation bekommt man also leicht das Gefühl, dass alle nur Gutes für sich tun und sehr produktiv sind, obwohl man selbst vielleicht eher bedrückt von der ganzen Situation ist und diese Zeit nicht so nutzen kann wie andere.
Liebe Freunde, vergesst nicht: Die Vergleichsnorm auf sozialen Medien entspricht nicht der Realität. Das wichtigste in dieser Zeit ist es, gesund aus der Quarantäne zu kommen und soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. Das geht natürlich am besten durch soziale Medien. Studien zeigten, dass sich das Verfolgen von Freunden auf sozialen Medien positiv auswirkt. Bei den eigenen Freunden weiß man nämlich eher, dass das, was sie auf sozialen Plattformen von sich preisgeben, nicht komplett der Realität entspricht.

Versucht also ein gutes Maß für euch zu finden und genießt die Auszeit soweit ihr könnt! Bleibt gesund!

Quelle: Vogel, E. A., & Rose, J. P. (2016). Self-reflection and interpersonal connection: Making the most of self-representation on social media. Translational Issues in Psychological Science, 2(3), 294-302.

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